Eiríkur rauði

Der Teppich über Erik den Roten

Sprang Frauen

af | mar 9, 2026

Sprang ist eine Flechttechnik, bei der Fäden ineinander verschlungen werden. Die Arbeit erfolgt folgendermaßen: In einem Rahmen werden vertikal parallele Wollfäden gespannt, ähnlich der Kette an einem Webstuhl.

Das Flechten folgt bestimmten Regeln, die durch das Verflechten der Fäden unterschiedliche Muster ergeben.

Die Arbeit wird in der Mitte beendet und schließlich zu einem Schlauch – einem Hoselæg – zusammengehäkelt.

Auf dem Wandteppich von Erik dem Roten sind zwei Webstuhl-Aufbauten zu sehen. Der hier erwähnte Fund stammt aus Norwegen und wurde in einem Moor auf dem Bauernhof Tegle i Time in Jæren in einer Tiefe von einem halben Meter unter der Erdoberfläche ausgegraben.

Dort fand man einen Wollsack, der unter anderem diese Hoselæg enthielt. Als wir 1990 die Vikingegruppen Lindholm Høje gründeten, suchten wir nach Funden aus der Wikingerzeit. Nach dem oben genannten Fund nahmen wir Kontakt zu Lejre und Nina Rathje auf, die seit vielen Jahren in Hou, Hals, Lejre und Island arbeiten.

Sie brachte Inga Dybvad das Springen bei. Inga sprang daraufhin für uns alle in der Vikingegruppen viele Male mit den Hosenbeinen.

In Dänemark wurde in Borum Eshøj, einer Fundstätte aus der Bronzezeit, ein gesprungener Hut gefunden. Deshalb tragen alle Männer, die mit Erik dem Roten in Verbindung stehen, diese grünen, gesprungenen Hosenbeine. Deshalb ist auch eine springende Frau auf dieser Tapete abgebildet, um die Bedeutung der Frauen in diesen rauen Regionen zu verdeutlichen. Deshalb ist dieser Fund so wichtig.

Eriks Reise nach Island zusammen mit seinem Vater Thorvald begann in Jæren.

Verfasst von Anny Svendsen

Quellenangabe: Jahresbericht des Museums Stavanger 1921–1924
Ein Textilfund aus Myr aus der römischen Eisenzeit.
Verfasst von Hans Dedekam

Bildquelle: Anny Svendsen.

Foto aufgenommen auf dem Wikingermarkt 2016 in Lindholm Høje.

Eric der Rote – Bayeux-Gruppe – Copyright 2020 ©